An der Lagalb-Bahn finden diesen Sommer umfassende Revisionen statt. Kabinen, Laufwerke und Gehängearme wurden ausgebaut und werden extern revidiert. Vielleicht bist du der Lagalb-Kabine im Unterland auf der Strasse begegnet? Die Kabinen der Lagalb-Bahn wurden zur Revision nach Olten gebracht und erhalten da auch gleich ein neues Kleid. Welches, sei hier noch nicht verraten.
Alessandro Marniga und sein Team demontierten zunächst die Kabine zusammen mit zwei Monteuren der Firma Garaventa. Um die Laufwerke von den Seilen zu lösen, mussten zuerst Sicherungsarbeiten vorgenommen werden. Durch das Laufwerk (an dem der Gehängearm befestigt ist) läuft das Zugseil. Dieses ist jedoch nicht durchgehend, sondern besteht aus einem Zug- und Gegenseil. Dazwischen befindet sich der Klemmkopf, der die beiden Seile verbindet. Würde der Gehängearm sowie das Laufwerk einfach demontiert, würden Zug- und Gegenseil «wegspicken». Deshalb werden Zug- und Gegenseil mit Klemmplattenund einem Flaschenzug fixiert (siehe auch Bildergalerie Technik). Zudem benötigt man ein Hilfslaufwerk (blau), um die zweite Kabine vom Berg herunterholen zu können. Es fährt später anstelle der Kabine zum Berg, damit die zweite Kabine ins Tal geholt und demontiert werden kann.
Währenddessen sind zwei Lastwagen der Firma Pinggera vorgefahren. Auf dem einen befindet sich ein Kran, der die Lagalb-Kabine auf den Lastwagen heben und den tonnenschweren Gehängearm runterholen soll. Patrick Meile, der technische Leiter, kümmert sich persönlich zusammen mit dem Pinggera-Team darum, dass die Kabine ohne Schäden verladen und gesichert wird. Dem Schwertransport fährt ein Sicherungsfahrzeug voraus, um die Strasse beispielsweise bei Engpässen freizuhalten. Da ein Strassenabschnitt bei Marmorera am Transportabend geteert wird, muss der Schwertransport die Stelle noch vor 18.00 Uhr passieren. Danach ist die Baustelle nur einspurig befahrbar und für den Lastwagen zu eng. In Tiefencastel legt der Chauffeur eine Pause ein. Die Tunnels vor Thusis sind für einen Transport dieser Grösse nur nachts befahrbar. Deshalb werden nach 20.00 Uhr die Tunnels von der Polizei kurzzeitig gesperrt, damit Pinggera mit der Lagalb-Kabine sicher durchfahren kann. Ab Thusis sind die Strassen für den Schwertransport dann genügend breit, so dass das Sicherungsfahrzeug wieder heimkehren kann.
Die Arbeiten auf Lagalb sind mit dem Abtransport der Kabine aber noch nicht beendet. Auch das Laufwerk und der Gehängearm wird mit dem Kran runtergeholt. Beziehungsweise: Er sollte heruntergeholt werden, denn er klemmt. Millimeterweise geht es vor und zurück. Alles in luftiger Höhe und mit tonnenschweren Bauteilen. Mit Geduld und Können wird der Arm schliesslich gelöst und vom Kranchauffeur auf festen Boden gehoben. Anschliessend wird das Hilfslaufwerk vom Kran hochgehoben und beim Laufwerk platziert. Das Zug- und Gegenseil werden angeschlossen, so dass das Hilfslaufwerk am anderen Morgen auf den Berg gefahren und die zweite Kabine ins Tal geholt und demontiert werden kann.